[REZENSION] Kinderbuch: CARUSOS LIED – SUZANNE BARTON

„Du bist gut, so wie du bist!“

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Eckdaten:

Titel: Carusos Lied
Autorin & Illustratorin: Suzanne Barton
Auführung: Hardcover
Verlag: Coppenrath ( 2015)
ISBN: 978-3649620198
Seiten: 32
Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 3 Jahren

Gebraucht bekommt ihr es unter diesem Link!

Die Handlung:

Der kleine Vogel Caruso verliebt sich in den wunderschönen Gesang, den er jeden Tag nach dem Aufstehen vernimmt. Er begibt sich auf die Suche nach dem Ursprung des Klangs und fragt sich durch die Tierwelt, bis er schließlich auf den Morgensonnen-Chor trifft. Völlig begeistert möchte er diesem gerne beitreten und übt jeden Abend fleißig an seinem Gesang. Leider kommt aber entweder zu spät, oder er ist pünktlich, dann aber so müde, das er nur gähnen kann. Als er schon ganz traurig ist, trifft er auf einen anderen Vogel, der aussieht wie er und gemeinsam mit Caruso singt, denn der ist, wie er nun lernt, eine Nachtigall. Und so singt er fortan des Abends gemeinsam mit seinem neuen Freund.

Meine Meinung:

Das Buch ist wunderschön illustriert, mit einer schönen Balance zwischen doppelseitigen Bildern und kleinen Bildauschnitten in Art einer Bildergeschichte. Sowohl gezeichnete als auch in einer Collagenart gehaltene Elemente wechseln sich ab. 

Der Text enthält viel wörtliche Rede und eignet sich so wunderbar zum lesen mit unterschiedlichen Stimmen. Die Satzstruktur ermöglicht es Kindern beim Vorlesen ein breites Spektrum an Verben und Fragestrukturen kennenzulernen und so das grundlegende Verständnis der deutschen Sprache zu untermauern.

Die Geschichte kam bei meinen Kindern sehr gut an und auch die Bilder trafen auf großes Interesse.

Gerade die Botschaft ist es aber, die mir besonders gut gefallen hat: Caruso hat einen Traum, den er fleißig verfolgt und für den er schließlich eine Zeit und einen Ort findet. So darf er erkennen: Jeder kann sein Talent einsetzen. Und jeder ist genau richtig so wie er ist und wie Gott ihn gedacht hat.

Fazit:

Ich gebe eine absolute Empfehlung für dieses Buch. Leider habe ich es derzeit in keinem Online-Shop gefunden, aber dieses Buch ist mit Sicherheit ein triftiger Grund mal in der örtlichen Bibliothek oder Buchhandlung vorbeizuschauen. Es lohnt sich für Eltern und Kinder gleichermaßen. Wer sich so richtig verliebt hat, der kann das Buch unter obigem Link gebraucht erwerben!

Euch einen wunderschönen Tag, eure Christine

PS: Für Lokalhelden: Die Stadtbücherei Boppard hat dieses Buch im Bestand!

 

 

[REZENSION] REIHE: POESIE FÜR KINDER – KINDERMANN VERLAG

Meine Kinder hören am liebsten Geschichten in Gedichtform. Mit einem und drei Jahren hören sie gebannt zu und lieben die Reime. Dennoch hatte ich vor über einem Jahr Goethes Zauberlehrling in Buchform mit großformatigen Bildern eher für mich in der Stadtbibliothek ausgeliehen, da ich seid eh und je ein großer Fan von Balladen und Gedichten bin. Goethe, Adelbert von Chamisso und allen voran Schiller neben so vielen anderen Dichtern wie Rilke oder Fontane, begleiten mich – nicht zuletzt dank meiner Großmutter- seid ich denken kann.

Als ich das neu erstandene Buch damals abends auf der Couch las, setzte sich mein kleiner Sohn – gerade etwas über 2 – zu mir, kuschelte seinen Kopf dicht an seine gerade geschlüpfte Schwester und fragte mit großen Augen, ob ich denn das Buch nicht vorlesen könne. Er rutschte auf meinem Schoß hin und her um einen besseren Blick auf die Bilder zu bekommen und ich begann zu lesen…

In diesem Moment vor über einen Jahr, begann eine Liebe, die ich sonst nur vom Grüffelo und dem Buch „Nochmal“ kenne. Fynn war völlig hin und weg. Ich musste das Buch so oft lesen und es war jedes Mal ein Drama, wenn die Leihfrist zu Ende ging. Kurz um seinen dritten Geburtstag herum, konnte der kleine Kerl das Gedicht auswendig und ich erntete manchen verwirrten Blick, wenn mein Sohn mal wieder durch den örtlichen Supermarkt hechtete mit den Worten: “ Und nun komm, du alter Besen. Nimm die schlechten Lumpenhüllen…“

Er erzählt seinen Freunden von der Geschichte und seiner Oma und jedem sonst, mit einer Begeisterung, die mich jedes Mal staunen lässt.

Als ich nun in diesem Jahr an den Pressetagen auf der Frankfurter Buchmesse unterwegs war, stattete ich auch dem Stand des Kindermann Verlags einen Besuch ab und freute mich an Fynns statt königlich, als ich die Reihe „Poesie für Kinder“ hübsch aufgereiht im Regal stehen sah.

Neben dem Zauberlehrling von Goethe gab es da noch „Der Ring des Polykrates“ von Schiller, die „Loreley“ von Heine, der „Knabe im Moor“ von Annette von Droste-Hülshoff, „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ von Fontane, „Die Bürgschaft“ von Schiller und viele weitere. Eine Übersicht aller verfügbaren Titel findet ihr hier.

Wieder zuhause angekommen, erzählte ich Fynn von meiner Entdeckung und der Tatsache, dass Herr von Ribbeck sogar von der Illustratorin signiert sein würde, wenn wir sonntags ein Exemplar erwerben wollten und das war klar vorgesehen, wie ich donnerstags gleich fest gemacht hatte.

Insgesamt durften also 3 Bände der Reihe fürs erste bei uns einziehen und mit wachsendem Alter meiner Kinder mit Sicherheit nach und nach noch mehr.

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Das erste war ganz klar der Zauberlehrling, der einfach schon mit seiner gleichläufigen Gedichtstruktur überzeugt.

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Die Illustrationen von Sabine Willharm sind modern, aber nichts zu abstrakt für Kinder. Außerdem sind sie auch für ältere Kinder immer noch ansprechend. Und die Ballade selbst einfach wunderbar.

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Die Bürgschaft wurde von Jenny Brosinski illustriert und zeigt auf jeder Doppelseite eine großflächige Szenerie in Comicform mit kleinen Sprechblasen und humoristischer Untermalung der großartigen Schiller-Ballade. Hier muss ich gestehen, dass mich die Gestaltung leider nicht sehr überzeugt, was allerdings der Tatsache geschuldet ist, dass mich der Stil der Künstlerin schlichtweg nicht abholt.

Das dritte Buch ist, wie schon erwähnt, Fontanes Herr von Ribbeck, gezeichnet von Dorota Wünsch. Im Vergleich ist dieses Buch auf jeden Fall mein Favorit in der Gestaltung und als Eintiegswerk in die Reihe sehr zu empfehlen. Mir gefällt der Stil, die Interpretation der Figuren und die wunderbare Aufteilung der Verse. Immer ein Absatz pro Doppelseite, sodass die großzügigen Bilder voll zur Geltung kommen. Es ist auch mit Abstand das Buch, bei dem meine einjährige Tochter am ehesten sitzenbleibt und zuhört. Für sie sind lange Gedichte ja noch etwas schwierig, hier aber kein Problem.

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Gedichte sind so wichtig für Kinder. Denn man kann mit ihnen schon in jungen Jahren eine Liebe zur Literatur wecken, die ihres gleichen sucht.

Reime geben dem Kind Harmonie und machen es wesentlich leichter die Verse auswendig zu lernen. Die Begeisterung der Eltern über ein ohne Druck auswendig gelerntes Gedicht wird das Kind mit Stolz erfüllen und ihm ein großes Erfolgsergebnis geben. Die Bindung zwischen Eltern und Kind wird gefördert.

Überdies erkennen Kinder in geliebten Geschichten Bekanntes gerne wieder und entdecken voller Freude auch Neues.

„Ein Gedicht lässt im Kind innere Bilder entstehen, wodurch die kindliche Kreativität gefördert wird. Da die Worte leicht einprägsam sind,

  • schulen sie zusätzlich die Konzentration und
  • erweitern den Wortschatz.

Gedichte bieten ein breites Spektrum an Möglichkeiten, man kann sie:

  • vorlesen
  • die Kinder nacherzählen lassen
  • auswendig lernen
  • nachspielen
  • in einem schönen Bild nachmalen.

Mit dem Rhythmus und Gleichklang werden wichtige sinnliche Erfahrungen gemacht. So kann der melodische Rhythmus des Gedichtes mit Bewegungen kombiniert werden, wie:

  • Schaukeln und Wiegen
  • Hüpfen
  • Laufen“

Quelle: Die Bedeutung von Kindergedichten

In jedem Fall lege ich euch sehr ans Herz Gedichte gemeinsam mit Kindern zu entdecken.

Die vorgestellten Bände könnt ihr unter dem folgenden Links bestellen. Dort findet ihr auch die Quelle der Beschreibungen, die nun folgen:

Der Zauberlehrling

von Johann Wolfgang von Goethe
mit Bildern von Sabine Wilharm
ab 5 Jahre, 24 Seiten, 21 x 28 cm
Halbleinen, Pappband, matt kaschiert
ISBN 978-3-934029-25-5

Handlung:

„Wer kennt sie nicht, die Geschichte vom frechen Zauberlehrling, der hinter dem Rücken seines Meisters die Besen tanzen lässt und dabei ziemlich nasse Füße bekommt?“

Der Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland

von Theodor Fontane
mit Bildern von Dorota Wünsch
ab 4 Jahre, 24 Seiten, 21 x 28 cm
Halbleinen, Pappband, matt kaschiert
ISBN 978-3-934029-66-8

Handlung:

„Ob kichernd-scheue Mädchen oder kecke Jungs: Der großherzige Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland hat für alle ein offenes Herz. Er verschenkt Jahr für Jahr die köstlichen Birnen aus seinem Garten an die Kinder im Dorf. Doch wie soll es nach seinem Tod weitergehen? Zu Recht misstraut er seinem geizigen Sohn und befürchtet, dass dieser künftig keine Birnen mehr verteilen wird. Er schmiedet einen genialen Plan, um die Kinder auch über seinen Tod hinaus reich mit den süßen Früchten zu beschenken und sein Vermächtnis gelingt.“

Die Bürgschaft

von Friedrich Schiller
mit Bildern von Jenny Brosinski
ab 7 Jahre, 32 Seiten, 21 x 28 cm
Halbleinen, Pappband, matt kaschiert
ISBN 978-3-934029-34-7

Handlung:

„Damon zieht aus, um den grausamen König Dionys zu ermorden. Das Unterfangen misslingt. Noch bei seiner Ergreifung wird er zum Tode am Kreuz verurteilt. Damon bittet nicht um sein Leben, aber um eine Gnadenfrist von drei Tagen, um seiner Familie einen letzten Dienst erweisen und seine Schwester verheiraten zu können. Als Unterpfand bleibt Damons Freund zurück. Verstreicht die Frist bis zum Sonnenuntergang am dritten Tag vor der Wiederkehr des Verurteilten, so muss der Bürge an Damons Stelle sterben. Gejagt von der ablaufenden Zeit und der Angst um den geliebten Freund begibt sich Damon auf eine Reise, die ungeahnte Gefahren und Hindernisse birgt. Schafft er es, rechtzeitig zurück zu sein und den Freund vor dem sonst sicheren Tod zu retten …?“

Ich wünsche euch viel Freude beim Entdecken dieser Bücher, die Gewissheit, dass sie lange und immer wieder im Gebrauch sein werden und einen wunderschönen Tag

Eure Christine

Grün, grün, grün…

Oh der April macht seinem Ruf alle Ehre und überrascht uns neben warmen Tagen auch mit lausig kalten Morgen und Schnee, sowie Hagel. Was ist denn da bei Frau Holle mal wieder los? Oder warum ist das so? Warum ist Gott ein Kind? Um mal Fynns Fragen wiederzugeben, denn wir sind im Warum-Land angekommen.

Ja, alles wird hinterfragt, eine endlos lange Warum-Kette kann schonmal den Nachmittag andauern und man entdeckt die Welt neu und nicht selten google ich jetzt die lustigsten Sachen, denn Mama weiß eben noch lange nicht alles.

Wenn ich nicht gerade damit beschäftigt bin die Welt zu erklären, oder draußen die Natur zu entdecken, dann singen und musizieren wir hier zu Hause. Leni liebt Musik ebenso wie Fynn.

Ich weiß nicht, wie oft ich in den letzten Tagen mit Xylophon und Flöte, Klavier und Trommel „Die Vogelhochzeit“ gesungen habe. Am liebsten mag Fynn dabei den Auerhahn und singt die Strophe manchmal in einer Endlos-Schleife, bis er dann ruft: „Mama, sing nochmal!“

„Nochmal!“ ist eh so sein Wort, dass im Wortschatz meiner Kinder einen festen Platz hat, denn auch unsere Babymaus fängt an begeistert zu jauchzen und auf Bücher zu klopfen, die wir gerade gelesen haben.

Ein Buch, dass wir im Moment häufig lesen, und dann auch bestimmt nicht nur einmal pro Durchgang, weil „Nochmal, bitte!“, möchte ich euch heute mal wieder wärmstens empfehlen.

Ein Hardcover – Bilderbuch von Emily Gravett, erschienen bei den S. Fischer Verlagen mit dem Titel „Nochmal!“

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Es geht dabei um einen kleinen Drachen, der von einem seiner Eltern gerne seine liebste Gute-Nacht-Geschichte immer und immer wieder vorgelesen haben möchte, unabhängig davon, wie müde man ist und wenn das mal nicht so klappt wie gewünscht, dann kann der kleine Drache auch ganz schön wütend werden.

Ihr könnt es unter dem folgenden Link direkt bestellen und auch noch ein paar Infos über die Autorin erfahren:

http://www.fischerverlage.de/buch/noch_mal/9783737351737

Ich kann das Buch auf jeden Fall empfehlen. Es lässt viel Raum zum freien Erzählen und beschreiben und die Kids haben große Freude daran die Texte mitzusprechen. Außerdem werden hier gleich mehrere Themen aufgezeigt!

Auf manchen Blogfotos konntet ihr ja schon einen Blick in die Kinderzimmer unserer Mäuse werfen. Ich werde sie bald auch nochmal einzeln vorstellen. In Lenis Zimmer jedenfalls, haben wir eine Lesehöhle eingebaut.

Dort kuscheln wir uns bei schlechtem Wetter draußen ein und lesen und lesen und erzählen Geschichten und haben einfach eine tolle Zeit zusammen.

Und auch wenn wir es uns warm in der Wohnung machen, so darf kuschelige Kleidung nicht fehlen. Eines meiner liebsten All-Time-Favourites für Leni ist dabei ein Zopfmuster-Strickkleid in Grün- und Brauntönen aus 100 % Schurwolle.

Ich habe es Leni gleich in zwei Größen gestrickt und zeige euch hier mal ein paar Bilder von der kleinen Maus, die jetzt tatsächlich schon fast ein halbes Jahr alt sind 🙂

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Sieht das nicht zuckersüß aus? DSC_0003DSC_0005DSC_0012DSC_0016DSC_0018

Gearbeitet habe ich mit Rundstricknadeln in Größe 3 und 3,5 und einem 3er Nadelspiel, sowie einer Häkelnadel in Stärke 3.

Die Anleitung findet ihr in einem Sabrina Special „Stricken fürs Baby“ aus dem Jahr 2015 mit der Nummer S2431. Erwerben könnt ihr es unter dem folgenden Link:

https://www.amazon.de/Sabrina-Special-Stricken-f%C3%BCrs-S2431/dp/B018I4OBA4

Das Kleid ist durch die vielen Zöpfe schön dehnbar und dadurch auch sehr bequem. Der Farbverlauf kommt aus dem Knäuel und es gibt ihn in der Qualität „Mille Colori Baby“ von Lang Yarns in 4 Varianten.

Wir haben uns hier für die Hersteller Farbe 16 „Grün-Braun-Türkis“ entschieden und finden das Ergebnis einfach toll. Den Messingfarbenen Knopf habe ich von einer Trachtenjacke meiner Großmutter, denn er passte einfach perfekt 🙂

Wie gefällt es euch?

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende

Christine

 

 

Weihnacht *

Hallo und guten Abend an Euch.

Das 3. Adventswochenende steht vor der Tür und die Weihnachtsabendvorlaufzeit hat sich mal eben halbiert. Ab wann ging diese freudenreiche Zeit eigentlich so schnell vorbei? (Daher auch die Bilder von den vergangenen Weihnachten, so als Erinnerung. )

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Ich habe so eine Freude zuhause alles zu dekorieren und dafür zu sorgen, dass Weihnachten von Anfang an für meinen Sohnemann mit einem großartigen Gefühl verbunden ist, daher die Zeit wie im Fluge verfliegt. Nun feiert der Fynnibär schon das zweite Jahr mit, und jeder Tag mit ihm wird noch besser. Ich liebe es! Und ich hoffe, dass ihm diese Tage später noch in Erinnerung bleiben, zwar nicht im Detail, aber doch dieses unbeschreibliche Gefühl, wenn alles so eine stille und heilige Erwartungshaltung annimmt.

Damit meine ich nicht Berge von Geschenken, sondern die Freude auf besinnliches Zusammensein. Denn Weihnachten ist bei uns vorallem eines: ruhige Freudenzeit. Natürlich ist es auch mal laut und lustig, wenn wir „In der Weihnachtsbäckerei“ hören, mein Sohnemann dazu tanzt und noch die Teigreste vom Plätzchen backen an der Nase kleben.

Aber die meiste Zeit schweben leise Weihnachtsklänge durch das Haus, unzählige kleine Lichter leuchten von überall her, ich rezitiere ein Weihnachtsgedicht nach dem andern und erfreue mich daran, dass ich sie noch alle auswendig kann, überall duftet es nach frischen Plätzchen, wir lesen in der Bibel und unsere kleine Familie kuschelt auf dem Sofa….herrlich.

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Das Ganze wird gekrönt von der Zeit an, ab der unser Weihnachtsbaum in die Stube einzieht. Gemeinsam bauen wir die Krippe auf, achten darauf, dass unsere Hunde nicht das Heu aus dem Bollerwagen der Hirten klauen, und schmücken den Baum mit unzähligen von diesen kleinen Lichterketten, und STROHSTERNEN.

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Bei uns sind es immer nur Strohsterne. Das hat auch eine ganz besondere Bewandtnis:

Als ich noch ein kleines Mädchen war, schon zu Kindergartenzeiten, gab es dieses dicke Weihnachtbuch meiner Mutter. Jeden Abend las sie uns daraus vor. Geschichten oder Gedichte. Mein liebstes Gedicht war dabei „Die Weihnachtsmaus“ von James Krüss. Aber da gab es eben auch diese Geschichte vom aller- allerersten Weihnachtsbaum. Das war sie! Meine Weihnachtsgeschichte.

Als ich Jahre später groß geworden war und meine eigene Vorweihnachtszeit gestaltete, fragte ich meine Mutter nach der Geschichte und dem Buch, aber irgendwie war es bei den letzten Aufräumaktionen nach Weihnachten abhanden gekommen.

Von da an suchte ich in Buchhandlungen, befragte belesene Freunde, googelte mir die Finger wund und kaufte eine Weihnachtsgeschichtensammlung nach der anderen. Aber keine wollte mir recht gefallen und meine Geschichte blieb unauffindbar.

Mittlerweile leite ich selber eine kleine Krabbelgruppe und fragte dieses Weihnachten die teilnehmenden Mütter nach meiner Geschichte, aber auch hier keinen Treffer.

Da kam ich auf die Idee in meiner Mitgliederstärksten Facebook-Gruppe zu fragen und siehe da: Eine !!! Eine aus fast 16000 Mitgliedern fand die Geschichte für mich. Gekannt hat sie keiner. Daher nun hier meine alllerliebste Weihnachtsgeschichte und zugleich die Erklärung für unseren Weihnachtsbaum mit Strohsternen. Ich hoffe sie gefällt euch genauso gut wie mir. Und kannte sie vielleicht schon jemand?

Und während ich die Gelegenheit nutze und sie mit frisch gebackenen Muffins in der Hand meinem Sohnemann nochmal vorlese, träume ich von diesem einzigartigen Moment, am Heiligen Abend, wenn wir nach den Familienfeierlichkeiten in unsere erleuchtete Wohnung kommen, sich die Lichter des Tannenbaums verheißungsvoll im Klavierlack spiegeln und wir die Stube betreten, gemeinsam Stille Nacht singen, und danach unsere ganz eigene Bescherung machen. Einfach himmlisch. Frohe Weihnachtszeit.

Die Palme, der Olivenbaum und der Tannenbaum

Warum ist der Weihnachtsbaum ein Tannenbaum? Am Ort von Jesu Geburt wachsen ja auch ganz andere Bäume. Die Bibel ist voll von Palmen, Olivenbäumen usw.
Ein uralter Mann hat mir diese Geschichte erzählt:
Als der Heiland auf die Welt kam, freuten sich nicht nur Ma ria und Josef,
die Heiligen Drei Könige und die Hirten auf dem Feld. Auch die Tiere und
Pflanzen waren glücklich über Jesu Geburt. Nahe beim Stall von Bethlehem
standen eine stolze Palme, ein alter Ölbaum (Olivenbaum) und eine kleine Tanne.
Die Bäume konnten Tag für Tag sehen, wie von überall her Leute kamen,
um das Jesuskind zu besuchen. Niemand kam mit leeren Händen. Die Könige
aus dem Morgenland brachten Gold und Edelsteine, die Hirten vom Feld legten
Früchte und Wolle vor die Krippe und ein kleiner Hirtenbub trug auf seinen
Armen ein schneeweisses Schäfchen. Da wollten die drei Bäume dem
Christkind auch eine Freude machen. Die Palme wisperte: „Ich gebe dem
Jesuskind mein schönstes Blatt, das kann Maria als Fächer brauchen,
wenn es heiss ist.“ „Und ich gebe alle meine Früchte her“, rauschte der
Ölbaum. „Josef kann sie auspressen und dem Kind die Füsslein damit
einsalben.“ Da fragte der kleine Tannenbaum ganz schüchtern: „Und ich?
Was kann ich dem Christkind schenken?“ Der Ölbaum und die Palme
schauten ganz verächtlich auf das Tännchen hinunter: „Du kannst ihm
gar nichts geben, du hast keine Früchte, die man essen kann, und deine
Äste würden mit ihren spitzen Nadeln seine kleinen Händchen zerstechen.“
Da wurde der kleine Tannenbaum ganz traurig und liess seine Äste hängen.
Ein kleiner Engel hatte aber alles gesehen und gehört. Er wollte den
Tannenbaum trösten und flüsterte ihm zu: „Du sollst nicht als einziger
traurig sein, wenn alle anderen sich freuen!“ Als die Sterne anfingen
zu leuchten, flog der kleine Engel zum Himmel hinauf und holte die
kleinsten, die er finden konnte, herunter. Dann steckte er dem Bäumchen
die winzigen Sterne auf die dunkelgrünen Äste. Unterdessen war es Nacht
geworden, aber der Tannenbaum strahlte und leuchtete hell in der Dunkelheit.
Als der kleine Jesus durch die Stalltür den kleinen Lichterbaum sah, jauchzte
er hellauf und streckte seine Ärmchen nach ihm aus. Von weit her kamen die
Leute, um das Wunder zu bestaunen, und später erzählten sie ihren Kindern
und Kindeskindern davon. So wurde aus dem bescheidenen Tännchen der
Weihnachtsbaum. Er darf immer dabeisein, wenn wir den Geburtstag des
Christkinds feiern. Bloss hat es jetzt keine richtigen Sterne mehr drauf, sondern
Kerzen, und die leuchten beinahe so hell wie die Sterne auf dem ersten Weihnachtsbaum.
Quelle: Weihnachtsgeschichten zum Vorlesen, herausgegeben von Jutta Radel, Loewes Verlag, 1990

Eure Christine

(PS. Bei Amazon hat mir mein Papa dann genau das Buch gebraucht noch ergattern können, aus dem meine Mutter damals immer vorgelesen hat, und somit meine fast 8 Jahre andauernde Suche nach MEINER Weihnachtsgeschichte gekrönt. Danke Papa :-* )