[REZENSION] BELGRAVIA – JULIAN FELLOWS

„Es war, als warte eine Handgranate auf ihre Explosion.[…] Allem, was er erarbeitet, ja erkämpft hatte, drohte die Vernichtung. Und das ausgerechnet durch seine eigene Frau.“ 

[Seite 141/143]

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Titel: Belgravia
Originaltitel: Belgravia
Autor: Julian Fellowes
Übersetzerin: Maria Andreas
Genre: Sonstige Belletristik
Verlag: C. Bertelsmann Verlag
ISBN-13: 978-3570103241
Format: Gebunden
Seitenanzahl: 448 Seiten
Preis: 19,99 €
Erschienen: November 2016

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Die Rezension zu diesem Buch zu schreiben ist mir gar nicht so leicht gefallen. Und ich habe lange vor einem leeren Bildschirm gesessen. Grund dafür war, dass ich zunächst einmal extrem hohe Erwartungen an dieses Werk hatte. Das lag zum einen daran, dass ich ein sehr großer Downton  Abbey Fan bin, zum anderen aber auch daran, dass es mir historische Romane im Allgemeinen und die Zeit Viktorias I. im Besonderen einfach angetan haben.

Das Cover selbst ist wunderschön passend gestaltet. Wir sehen ein in rauchigen Blautönen gehaltenen Umschlag mit menschlichen Silhouetten und einer typischen Belgravia – Häuserfront. An den Ecken ist das Cover mit Ornamenten verziert und ich finde eine bessere Verpackung für diese Geschichte hätte es nicht geben können, wobei auch die neue Taschenbuchausgabe mit einer stimmungsvollen Gestaltung aufwartet.

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Belgravia spielt – mal abgesehen von einer kurzen Anfangssequenz am Vorabend der Schlacht von Waterloo 1815 – im Jahre 1841.

Auf der Verlagsseite lesen wir:

„Belgravia beginnt am Vorabend der Schlacht von Waterloo, dem 15. Juni 1815, als in Brüssel die Herzogin von Richmond einen prächtigen Ball für den Herzog von Wellington gibt. Kurz nach Mitternacht kommt die Nachricht, dass Napoleon unerwartet die Grenze überschritten hat. Wellington und seine Truppen müssen umgehend in die Schlacht ziehen. Eingeladen zum Ball sind auch die Trenchards, die durch Geschäfte mit der Armee reich geworden sind. Auf ihre schöne Tochter Sophia hat Edmund Bellasis, der Sohn und Erbe einer der prominentesten Familien des Landes, ein Auge geworfen. Nach diesem Abend wird nichts mehr so sein wie zuvor. Fünfundzwanzig Jahre später werden die beiden Familien noch immer von dem dunklen Geheimnis verfolgt, das am Vorabend der Schlacht von Waterloo seinen Anfang nahm.“

Im Mittelpunkt des Geschehens ab 1841 stehen die Familien Trenchard und Brockenhurst. Während letztere alter Adel ist, sind die Trenchards Emporkömmlinge, die sich ihr Vermögen fleißig erarbeitet haben und James Trenchard, das Familienoberhaupt, war in der Zeit nach Napoleon maßgeblich an der baulichen Gestaltung von Belgravia beteiligt.

Es trägt sich aber zu, dass beide Familien, so unterschiedlich sie auch sind, in ein gemeinsames Geheimnis verwickelt werden, in dessen Zentrum der Jungunternehmer Charles Pope steht.

Während dieser mit seiner eigenen Gefühlswelt und der großen, unerreichbaren Liebe beschäftigt ist, werden um ihn herum die Heimlichtuereien, Spitzeleien und Geheimnisse immer größer und nicht alle Beteiligten sind im wohlgesonnen.

Mehr möchte ich euch eigentlich gar nicht verraten und wenn ihr das Buch lesen wollt, lege ich euch nahe, den Klappentext zu meiden, den ich hier auch extra nicht mit aufgenommen habe, da er, wie ich finde, einfach schon zu viel verrät.

Alles in allem hat mir das Buch aber gut gefallen. Ich fand die Szenerie schön und ich mag ja Liebesgeschichten generell sehr gerne und Charles Pope ist ein Meister der romantischen Worte.

„Lady Maria, ich würde gegen Drachen kämpfen, ich würde über glühende Kohlen laufen, ich würde das Tal des Todes durchqueren, wenn ich glaubte, ich hätte damit eine Chance, Ihr Herz zu gewinnen.“

[Seite 254]

Allerdings fand ich zunächst den anfänglichen Zeitsprung etwas verwirrend und konnte mich dann nur holprig auf den Umschwung einstellen, da ich mich bereits auf andere Protagonisten fokussiert hatte. Ich glaube einfach das ist auch ein bisschen der Tatsache geschuldet, das „Belgravia“ ursprünglich als Fortsetzungsroman in 11 Teilen erschienen ist.

Die Geschichte und die einzelnen Charaktere in ihr fand ich gut gedacht, allerdings zu schwarz/weiß gezeichnet. Während in Downton Abbey es leicht fiel sich mit den einzelnen Personen zu identifizieren, ihre Beweggründe nachzuvollziehen und Lieblinge auszumachen, so fand ich die Figuren bei Belgravia einfach blass und zu viel nur gut oder nur schlecht. Das Hauspersonal der Protagonisten war hauptsächlich dumm gezeichnet, wenig integer und absolut nicht charmant. Die Zusammenhänge selbst fand ich interessant, aber leider schon sehr früh durchschaubar. Ich denke als Film, wären diese Aspekte einfach gar nicht so ins Gewicht gefallen.

Aber auch wenn es nach diesem Absatz nicht so klingt, hat mir das Buch gefallen. Ich wollte es zumindest nicht aus der Hand legen. Es war flüssig geschrieben, die Szenerie hat mich – wie gesagt – abgeholt und ich mochte die einzelnen Entwicklungsstränge. Außerdem war ich gleichermaßen traurig, als das Buch zu Ende war.

Mein Fazit ist daher: Das Buch ist durchaus LESBAR! Für Liebhaber der Zeit und von Downton Abbey vermag es wirklich über das Ende dieser grandiosen Serie hinwegzutrösten. Ja, es kommt bei weitem nicht an dieses epische Werk ran, aber diese Vergleiche sind ja auch nicht immer toll.

Man wird zwar nicht bei jeder Seite aufs Neue überrascht und die Entwicklungen sind auch nicht unvorhersehbar, aber es ist auf jeden Fall ein Buch für angenehme Wohlfühl-Lesestunden!

Ich gebe diesem Buch: 

3 punkte

Liebe Grüße

Eure Christine

Veröffentlicht von

Christine

Ich bin Christine, 29 Jahre alt und lebe mit meinem Mann, unseren beiden Kindern und den zwei Hunden im wunderschönen Hunsrück.

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